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Alle bei den Nachkriegs-DKW verwendeten Benzinpumpen
arbeiten one mechanischen Antrieb, allein
betätigt durch die auf- und abschwellenden Vorverdichtungsdrücke im Kurbelgehäuse der Motoren. Dieses Konzept folgt konsequent und logisch dem
angestrebten konstruktiv einfachen, zugleich aber effektiven Aufbau der gesamten DKW-Motor
Konstruktionen. Es birgt aber gleichzeitig auch prinzipbedingte Schwächen,
Fehlermöglichkeiten und damit verbundene Auswirkungen, die nicht unbedingt auf
den ersten Blick zu erkennen sind. |
Beobachten Sie dazu zunächst das Schauglas
des Benzinfilters, welcher direkt an den Pumpeneinlaß angeflanscht ist,
während eine zweite Person (bei abgezogenen Kerzensteckern) den Anlasser
betätigt. Das Schauglas sollte sich nach wenigen Motorumdrehungen gefüllt
bzw. nachgefüllt haben.
Wenn dies geschehen ist, lösen Sie den Benzinschlauch
vom Vergaserstutzen und lassen Sie wieder starten; es sollte spontan
und mit Druck Flüssigkeit aus der Leitung spritzen. (Anm. Bei den späten
1000S, F12 und F102 ist kein Benzinfilter mit Schauglas mehr
montiert.
Hier kann die Pumpenfunktion nur durch Abziehen des
Kraftstoffschlauchs vom Vergaser 'geprüft' werden!) Bei unzureichender
Funktion muß die Benzinpumpe zerlegt und jeglicher Schmutz entfernt
werden.
Der Sitz der Ventilplättchen wird sauber aber vorsichtig
mit einem feinen Schraubendreher ausgekratzt und die Plättchen
selbst werden auf Einlaufspuren hin überprüft (im Zweifelsfall
erneuern!); bei der Montage darauf achten, daß die beschichtete
(weichere) Seite zum Sitz hin zeigt!
Heute gibt es allerdings auch
Ventilplättchen aus durchgehend weicherem Material, bei denen
es keine vorgeschriebene Montagelage mehr gibt. Diese Ventile dichten
auch besser ab; es darf aber nichts klemmen oder verkanten!
Nachdem
die Pumpenmembran sichtgeprüft wurde (flexibel, keine Risse oder
feine Löcher!?), wird sie zusammen mit der konischen und zylindrischen
Feder (letztere gehört auf die Seite des Pumpensockels) wieder
montiert. - Eigentlich sollte die Pumpe jetzt wieder einwandfrei
arbeiten...
Für den Fall, daß doch nicht, hier:
Der besondere Tipp! Sie haben die
Membran, die konische und zylindrische Feder sowie die Rückschlagventile
geprüft, ggf. erneuert und alles zweifelsfrei wieder montiert
und trotzdem funktioniert die Benzinpumpe nicht einwandfrei.
Hierfür
mögliche Ursachen:
1)
Der Pumpendeckel, gehalten
durch eine zentrale Schraube, sitzt und/oder dichtet nicht richtig.
Verwenden Sie bei der Montage wenig nicht aushärtende flüssige Dichtmasse
und nehmen Sie im Zweifelsfall immer neue Dichtringe.
2)
Kontrollieren Sie die Über-/Unterdruckbohrung sowohl im Motorgehäuse
als auch im Pumpensockel auf freien Durchgang. Ölkohleablagerungen und
Fremdkörper (zB. Reste einer gebrochenen Pumpenfeder!!) könnten
die Bohrung teilweise verschließen.
3)
Hat das Pertinax-Isolier-Distanzstück
zwischen Pumpensockel und Motorblock möglicherweise einen Riß, durch
den Druck verloren gehen kann, oder haben Sie die Papierdichtungen an
dieser Stelle vergessen? Abschließend
aus der Praxis noch etwas ganz gemeines:
Bei einem Kundenfahrzeug hatten wir einmal das Phänomen
zu beseitigen, daß der Motor ab einer gewissen höheren und kontinuierlich
gefahrenen Geschwindigkeit nach kurzer Zeit ausging und der Wagen damit
liegenblieb.
Der Motor ließ sich dann mit etwas 'orgeln' wieder starten
und man konnte problemlos weiterfahren, solange man nicht zu schnell
wurde...
Natürlich hatten wir die Benzinpumpe längst überprüft
und sie schien einwandfrei. Trotzdem lag es dann doch an der Pumpe!
Nachdem wir alle anderen Ursachen ausschließen konnten, wurde
sie nochmals zerlegt und jedes Einzelteil unter allen denkbaren Aspekten
kontrolliert.
Es stellte sich dabei ein Verzug der scheibenförmigen
Abdeckplatte der Rückschlagventil-Kammer heraus.
Die Platte wird
mit drei Senkkopfschrauben gegen eine dicke Kork- oder Papierdichtung
gezogen und hatte sich vermutlich alterungs- und wärmebedingt leicht
verzogen. Das führte dazu, daß die Pumpe für den Leerlauf- und
Teillastbereich genügend Benzin förderte um das Kraftstoff-Niveau im
Vergaser konstant zu halten.
Für den erhöhten Bedarf bei annähernd
Vollast reichte es aber nicht. Als Folge davon wurde die Schwimmerkammer
des Vergasers langsam leergesaugt, weil die Pumpe nicht genügend Benzin
nachförderte und der Motor blieb stehen...
Beim folgenden Anlassen
wurde die Schwimmerkammer dann aber wieder gefüllt und das Spiel konnte
neu beginnen!
Fazit:
a)
Die motorseitige, zylindrische
Feder der Benzinpumpe kann durch Korrosion und Alterung brechen und
die Pumpenmembran durchlöchern.
b)
Durch eine defekte Membran
läuft Benzin oder Gemisch in die Kurbelkammer und kann zu einem (teuren)
Kurbelwellenschaden führen.
c) Schlecht
dichtende Rückschlagventile in der Pumpe führen zu Startschwierigkeiten
und mangelnder Förderleistung.
d) Wenn Sie eine Benzinpumpe überholen, schauen
Sie sich alle Teile genau an, arbeiten Sie äußerst sorgfältig und verwenden
Sie möglichst neue Dichtungen.
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Sollten Sie Probleme mit Ihrem Wagen haben, helfe ich Ihnen gern weiter!
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